Zum Thema Verkehrsverstöße kommen täglich vor, rechtliche Schwierigkeiten sind oft inklusive. Selbst bei vergleichsweise harmlosen Vorwürfen – zu schnell, zu dicht, bei Rot gefahren – ist es ratsam, frühzeitig rechtlichen Beistand zu suchen, um sich gegen ein unnötiges Anwachsen des Punktekontos oder gar ein drohendes Fahrverbot zur Wehr zu setzen.

Geschwindigkeit & Co.
Straftaten
Alkohol/Drogen
Verhaltensregeln

Noch ernster ist die Lage, wenn Alkohol oder Rauschgift im Spiel waren oder Vorwürfe wie Fahrerflucht (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) oder Fahren ohne Fahrerlaubnis erhoben werden. Die frühzeitige Beauftragung eines Verteidigers empfiehlt sich, um etwaige Fehler in der Beweisführung und alle für den „Verkehrssünder“ sprechenden Gesichtspunkte herauszuarbeiten.

Diese Seite informiert in Grundzügen über die Folgen der häufigsten Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsstraftaten (Geldbuße, Fahrverbot etc.), insbesondere Alkoholverstöße. Zusätzlich gibt es Fakten zum Punktekonto. Sie soll helfen, einen Überblick über die Folgen verkehrswidrigen Verhaltens zu bekommen (kann aber keine anwaltliche Beratung im Einzelfall ersetzen).

Die Flensburger Punktekartei, in der über neun Millionen Deutsche erfasst sind, ist am 1. Mai 2014 umgestellt worden: Informationen zur Umstellung der Verkehrssünderkartei.

Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben auf dieser Seite kann keine Gewähr übernommen werden.

Keine Panik. Kein Wort zum Gegner. Profi einschalten.

Je eher der Verteidiger eingeschaltet wird, desto besser. Nur so bleiben alle Chancen gewahrt, aus der Situation das „Beste“ zu machen, also etwa die Fahrerlaubnis zu sichern oder den Vorfall diskret zu erledigen.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Häufige Ordnungswidrigkeiten

Überschreitung
in km/h
innerhalb geschlossener Ortschaft außerhalb geschlossener Ortschaft
Regelsatz FAER Fahrverbot Regelsatz FAER Fahrverbot
bis 10 15 € 10 €
11-15 25 € 20 €
16-20 35 € 30 €
21-25 80 € 1 Punkt 70 € 1 Punkt
26-30 100 € 1 Punkt siehe unten 80 € 1 Punkt siehe unten
31-40 160 € 2 Pkte 1 Monat 120 € 1 Punkt siehe unten
41-50 200 € 2 Pkte 1 Monat 160 € 2 Pkte 1 Monat
51-60 280 € 2 Pkte 2 Monate 240 € 2 Pkte 1 Monat
61-70 480 € 2 Pkte 3 Monate 440 € 2 Pkte 2 Monate
über 70 680 € 2 Pkte 3 Monate 600 € 2 Pkte 3 Monate

Wiederholungstäter? Mit einem Regelfahrverbot muss auch derjenige rechnen, der binnen eines Jahres seit Rechtskraft einer Bußgeldentscheidung erneut mindestens 26 km/h zu schnell fährt.

Zur Berechnung des Sicherheitsabstands zum Vorausfahrenden hat sich die Daumenregel „halber Tachoabstand“ etabliert, die auch im Bußgeldkatalog Anwendung findet.

Abstand in Metern < 5/10 < 4/10 < 3/10 < 2/10 < 1/10
des halben Tachowerts
bei einer Geschwindigkeit von mehr als 80km/h
Bußgeld 75 € 100 € 160 € 240 € 320 €
Fahreignungsregister 1 Punkt 1 Punkt 1 Punkt 1 Punkt 1 Punkt
Fahrverbot
bei einer Geschwindigkeit von mehr als 100km/h
Bußgeld 75 € 100 € 160 € 240 € 320 €
Fahreignungsregister 1 Punkt 1 Punkt 2 Punkte 2 Punkte 2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat 2 Monate 3 Monate
bei einer Geschwindigkeit von mehr als 130km/h
Bußgeld 100 € 180 € 240 € 320 € 400 €
Fahreignungsregister 1 Punkt 1 Punkt 2 Punkte 2 Punkte 2 Punkte
Fahrverbot 1 Monat 2 Monate 3 Monate

Weil das Überfahren roter Ampeln besonders gefährlich ist, sieht der Bußgeldkatalog empfindliche Sanktionen vor. Neben dem einfachen Rotlichtverstoß, auf den ein Bußgeld von 90 € steht, gibt es den qualifizierten Rotlichtverstoß. Hiervon ist die Rede, wenn die Ampel länger als 1 Sekunde rot war oder wenn es zu einer Gefährdung oder Sachbeschädigung gekommen ist.

Verstoß Bußgeld Punkte Fahrverbot
einfacher Rotlichtverstoß 90 € 1
mit Gefährdung 200 € 2 1 Monat
mit Sachbeschädigung 240 € 2 1 Monat
Rot länger als 1 Sekunde 200 € 2 1 Monat
mit Gefährdung 320 € 2 1 Monat
mit Sachbeschädigung 360 € 2 1 Monat


Sie haben individuelle Fragen oder einen Terminwunsch?

Jetzt Kontakt aufnehmen


Alkohol/Drogen

Alkoholverstöße (Owi)

Von 0,5 bis 1,09 ‰ (BAK) oder 0,25 bis 0,54 mg/l (AAK) sowie bei nachgewiesenem Drogenkonsum drohen ein Bußgeld von 500 €, ein Fahrverbot (1 Monat) und 2 Punkte (im Wiederholungsfall: MPU).

Ab 1,1 ‰ (BAK) wird das Verhalten des Autofahrers als Straftat bewertet.

Ab 1,6 ‰ sind auch Radfahrer absolut fahruntauglich, Autofahrer müssen nach einem so gravierenden Verstoß vor der Wiedererteilung eine MPU absolvieren.

Trunkenheit/Drogen (Straftat)

Wer Auto fährt, obwohl er nach Alkoholgenuss oder Drogenkonsum nicht dazu in der Lage ist, wird gemäß § 316 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (Schon) 0,3 ‰ (BAK) sind eine Straftat, wenn der Fahrer auffällig oder in einen Unfall verwickelt war. Wenn die Gefährdung von Leib oder Leben oder fremder Sachen von bedeutendem Wert hinkommt, sieht § 315c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs) eine Freiheits- oder Geldstrafe vor. Sowohl bei der Trunkenheitsfahrt als auch bei der Gefährdung des Straßenverkehrs wird regelmäßig die Fahrerlaubnis entzogen (3 Punkte).


Weitere häufige Verkehrsstraftaten

Wer den Ort des Geschehens als Unfallbeteiligter verlässt, bevor die erforderlichen Feststellungen zu seiner Beteiligung getroffen sind oder die spätere Feststellung vereitelt, nachdem er sich berechtigt bzw. nach Ablauf einer angemessenen Wartezeit entfernt hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Sinn dieser Regelung ist die Beweissicherung zu Gunsten der Geschädigten und zur Abwehr unberechtigter Forderungen. Fragen, die im Einzelfall zu klären sind, können sein: Lag überhaupt ein Unfall vor? Wie lange musste gewartet werden? Muss auf die Polizei gewartet werden oder genügt die Feststellung durch andere Personen? Hat der Verdächtige selbst den Vorfall bemerkt? Sind Strafmilderungsgründe ersichtlich?
Wer ohne Fahrerlaubnis oder trotz eines Fahrverbots mit einem Kraftfahrzeug am Verkehr teilnimmt, riskiert eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Unter Umständen droht sogar die Einziehung des Autos. Aufgepasst: Bevor man als Halter einer anderen Person gestattet, mit dem eigenen Wagen zu fahren, muss man sich davon überzeugen, dass diese eine entsprechende Fahrerlaubnis hat.
Nicht nur der Halter kann für Straftaten verantwortlich gemacht werden, die mit seinem Wagen geschehen (siehe oben). Wenn es zu einer fahrlässigen Körperverletzung oder – noch schlimmer – Tötung durch einen betrunkenen Autofahrer kommt, können auch Gastwirte und Gastgeber zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie eine Fahrt zugelassen haben, obwohl der Täter zu betrunken war, die mögliche Tragweite seines Verhaltens zu erkennen.


Sie haben individuelle Fragen oder einen Terminwunsch?

Jetzt Kontakt aufnehmen


Punktekonto in Flensburg

Im Fahreignungsregister, das beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg geführt wird, werden Punkte für Verkehrsverstöße eingetragen, wenn sie mit einer Geldbuße von mindestens 60 € geahndet wurden, einige Beispiele haben Sie auf dieser Seite gesehen.

Punkte Möglichkeiten zum Abbau Maßnahmen der Fahrerlaubnisbehörde
1 Durch die freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungsseminar kann 1 Punkt abgebaut werden (einmal in 5 Jahren möglich). Vormerkung
2
3
4 Gebührenpflichtige Ermahnung, Hinweis auf Fahreignungsseminar.
5
6 Kein Punkterabatt mehr möglich. Gebührenpflichtige Verwarnung.
7
8 Entziehung der Fahrerlaubnis. Wiedererteilung nach Ablauf der Sperrfrist von mindestens 6 Monaten möglich, positive medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) erforderlich.

Tilgungsfristen: Ordnungswidrigkeiten (1 Punkte) werden nach zweieinhalb Jahren, grobe Ordnungswidrigkeiten mit Regelfahrverbot und Straftaten (2 Punkte) nach fünf Jahren und Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis (3 Punkte) nach zehn Jahren getilgt.

Punktekonto einsehen: Das Kraftfahrtbundesamt erteilt kostenlose Auskunft über den Punktestand, weitere Hinweise und ein Formular finden Sie direkt dort.


Falls Ihnen aktuell ein Verkehrsverstoß vorgeworfen wird – folgende Verhaltensregeln haben sich bewährt:

Keine Panik.

Bewahren Sie Ruhe. Es kommt immer wieder vor, dass Betroffene sich ihre Chancen durch unüberlegte und/oder voreilige Reaktionen verbauen.

Kein Wort zum Gegner.

Sie sollten sich insbesondere von der Idee verabschieden, bei der Behörde anzurufen, ein Schreiben aufzusetzen (um den Vorfall zu erläutern), oder ein Formular, und sei es auch nur ein Anhörungsbogen, zurückzusenden. Es kommt immer wieder vor, dass Betroffene sich ihre Chancen durch unüberlegte und/oder voreilige Reaktionen verbauen.

Profi einschalten.

Lassen Sie sich beraten bzw. frühestmöglich anwaltlich vertreten. Es kommt immer wieder vor, dass Betroffene sich ihre Chancen durch unüberlegte und/oder voreilige Reaktionen verbauen. Ziehen Sie in einer heiklen Situation einen versierten Verteidiger hinzu.

Jetzt Kontakt aufnehmen


(Logo) Anwalt Niemeyer

Rechtsanwalt Jens-Christof Niemeyer
Fachanwalt für IT-Recht